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Sozialer Verknüpfungsterror im Netz

Oder warum ich Google+ für eine gelungene Alternative halte.

Mein Gott wieviel Zeit geht täglich dafür drauf all diese unsäglichen, manchmal nützlichen, teils schwachsinnigen aber auch in seltenen Fällen hilfreichen Informationen aus diesem digitalem Moloch zu saugen. Twitter, Facebook, diverse Feeds, Nachrichtenportale und neuerdings auch noch Google+. Dank iPhone auch noch zu jeder x-beliebigen Zeit. Super!? Naja geht so.
Ich hänge drin im sozial-digitalen Wahnsinn. Schon aus beruflichen Gründen will ich es aber auch nicht missen. Abhängig von Information aus Angst etwas zu verpassen, nicht mitreden zu können. Problem erkannt, noch nach der perfekten Lösung suchend. Ich sehne nach Vereinfachung, Bündelung und Ordnung. In den neuen Medien zu arbeiten ist eh schon chaotisch genug.

Und da kommt die neue Plattform wie gerufen. Vereint sie doch das Gute von Twitter und Facebook und bringt noch einen Schuss Neues mit rein. Das macht es interessant und könnte ein (persönlicher) Neuanfang sein. Lernen konnte man ja nun genug in den anderen Netzwerken. Nun ist es an der Zeit Klarheit reinzubringen und endlich mal Anwender zu werden und nicht nur Ausprobierer.

Und wie läuft es nun: Google+ ist wie Twitter, ich kann Leuten folgen und Ihre Beiträge lesen, es geht aber noch einen Schritt weiter, weil ich die Beiträge kommentieren kann und so zumindest die Möglichkeit einer Diskussion besteht. Und wenn ein neuer Kommentar gepostet wurde rutscht der Beitrag wieder nach oben und verschwindet nicht aus meinem Sichtfeld. Google+ lässt mich aber auch Freunde, Bekannte, Kollegen und andere Gestalten finden und ich kann mich mit denen über privates oder berufliches oder über anderen Mist austauschen. Gut, kann Facebook auch, aber: Und jetzt kommt das große ABER, das läuft nicht unter dem Deckmantel der „Freundschaftsanfrage“. Mich persönlih stört dieser Begriff, es sind nicht alles meine Freunde und sie sollen es auch nicht werden. Ich habe da eine andere Definition von Freundschaft. Ich muss auch nicht erst eine Anfrage „bestätigen“ damit Sie was von mir lesen können. Das läuft anders. Man kann mir „folgen“ oder mich in irgendeinen Circle (wie Goooge es passend nennt) packen und gut ist. Andersrum natürlich genauso. Wenn ich oder er oder sie nie etwas „öffentliches“ schreibt, dann werde ich auch nicht durch unsägliche Beiträge genervt. Fein Fein Fein.

Durch die „Circles“ habe ich die Möglichkeit die Leute für mich zu kategoriesieren. Und nur für mich.Ob Standard wie „Freunde“ „Bekannte“ oder „Familie“ oder mit feineren Kriterien wie „Idioten“ „Leute von denen ich auch nicht weiss was die von mir wollen“ oder „In der Schule hab ich schon nicht mit dem gesprochen“. Bleibt für mich und gibt mir das Gefühl mein „digitales Leben“ nicht mehr mit jedem teilen zu müssen. Denn, und auch das ist eine tolle Sache dieser neuen „Sozialmaschine“, wenn ich was schreibe muss ich erst einmal auswählen wem ich das mitteilen möchte. Und da wir heute eh alle permanent online sind kann ich so auch gleich einen „Privatchat“ starten, spart gleich noch die sms oder Skype. Teilweise zumindest.

Und jetzt: Jaja Facebook kann das alles auch. Versteckt es aber vor mir und nervt mich sowieso mit Statusmeldungen, Freundesempfehlungen und all dem Quatsch. Ich will das einfacher.Eine Plattform und nicht drei. Und jajaja man kann nicht jeen zwingen Google+ zu verwenden, viele fühlen sich wohl bei Twitter und Facebook. Schön. Ich will mehr. Und wenn Google meine Daten irgendwann missbrauchen sollte oder versucht eine Meinung zu bilden mit seinem „Weltherrschaftsunternehmen“ dann wird es die Masse hoffentlich zu verhindern wissen. Es wird sich immer irgendwie regulieren, solange wir uns Gedanken darüber machen.

Fazit: Das kann was werden und ich möchte behaupten es könnte meinen digital-sozialen Alltag etwas erleichtern. Schön wäre es, ein nächster Schritt endlich damit anfangen zu können Informationen bewusster zu nutzen. Das Ende ist es noch nicht, vielleicht aber ein besserer Anfang. Vor 20 Jahren wurde der ganze Wahnsinn ins Leben gerufen und Ben Pieratt hat es ganz passend beschrieben:

„It’s every person in the world, connected to every other person in the world, and no one fully understands how to make best use of this new reality because no one has seen anything like it before.“

Keiner versteht es so ganz, denn es hat noch niemand vorher vergleichbare Erfahrungen gemacht. WORD!

Ehrlich gesagt freue ich mich darauf irgendwann irgeldwelche Accounts zu löschen.